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Projektinformationen der AG Wildformen
16.12.2018 16:34:18
Zucht des Silberschnäbelchens


Ein kurzer Bericht zur Zucht des Silberschnäbelchens

Das Silberschnäbelchen war vor dem Importstop ein billiger Vogel und ist in seiner ursprünglichen Farbgebung wenig nachgezogen worden. Die aufgetretenen Mutationen haben hier ein etwas anderes Bild, diese sind nach wie vor gut in Züchterhand vertreten.

Das Silberschnäbelchen ist ein bescheidener Vogel der sich im Käfig und Voliere gut nachzüchten läßt. Wir haben beide Varianten ausprobiert und einige Jungvögel auf den Ast gebracht.

Unterbringung
Die Vögel sind außerhalb der Brutzeit in einer Voliere von 180cm Breite , gleicher Höhe und 60cm Tiefe in Gesellschaft anderer Arten untergebracht. Zur Brut werden sie paarweise in Zuchtboxen oder einer Zimmervoliere beherbergt, in den größeren Boxen auch schon mal in Gesellschaft von einem Paar Kleiner Kubafink oder Binsenamadine.

Fütterung
Außerhalb der Brutzeit bekommen alle Vögel Exotenmischfutter angeboten, die Menge ist dabei nicht übermäßig bemessen, so das die Futterschalen am späten Nachmittag leer sind und nur wenige Reste am Boden gefunden werden können. Daneben wird Gurke regelmäßig gereicht.
Zur Brutzeit wird das Angebot um Keimfutter und ( soweit vorhanden ) halb reife Hirsen ( Silber- und rote Kolbenhirse ) erweitert. Lebendfutter wird nicht angenommen, die Vögel haben aber durch das Abschauen bei anderen Arten Geschmack an Ei-Futter ( Prachtfinken Animal ) gefunden und nehmen es gern auch zur Fütterung der Nestlinge an.

Zucht
Als Nistmöglichkeit wurden bisher die bekannten Nistkästen mit Einflug angeboten, in denen der Boden mit einem Haargemisch bedeckt worden war. Dieses wurde anfangs nur "obligatorisch" eingebracht und hat sich im Nachhinein als Notwendigkeit herausgestellt, da die Tiere in den Kästen nicht wirklich zum Nestbau schreiten. Die Eier ( 4 - 6 Stück ) wurden immer direkt auf der Einlage platziert, das "Meisterwerk" des Nestbaus bestand aus wenigen vereinzelten Kokosfasern die eingetragen worden sind.
Bei der letzten Brut in einer 120cm - Box wurde ausnahmsweise nur ein Holz-Kaisernest angeboten. Die Tiere errichteten darin ein vollständiges Nest und legten ihre Eier dort ab. Das Nest war sehr geschlossen und hatte einen Einschlupf an der oberen linken Ecke.
Die Brutdauer betrug stets 14 Tage, die Nestlingszeit lag bei 18 - 21 Tagen. Die Bettellaute sind nach etwa 5 Tagen gut zu hören , nach etwa 10 Tagen ist ein deutliches Geschrei festzustellen, das sich auch nach dem Ausfliegen nicht mehr gibt. Die Jungvögel beginnen bereits am 3. oder 4,. Tag nach dem Ausfliegen selbständig Futter zu probieren , werden aber noch mehrere Tage von den Eltern weiter gefüttert.
Bereits etwa eine Woche nach dem Ausfliegen wird mit einer weiteren Brut begonnen, um die Tiere zu schonen soltte spätestens nach der 3. Brut ( bei uns nach der 2. ) das Nest entfernt werden und die Tiere nach dem Selbständig werden der Jungen abgesetzt werden. Die Jungvögel können bei Volierenbrut in der Voliere verbleiben , können sich allerdings ( durch den höheren Besatz ) störend auf andere Arten auswirken.

Probleme
Es gibt in Zucht und Haltung dieser Art keine Probleme, lediglich der Versuch zur Blutauffrischung rein wildfarbigen Silberschnäbelchen zu erwerben erinnert an die Aufgaben des Herkules. Leider bieten viele Züchter Silberschnäbelchen an , die sie aus der Zucht der Mutationen erhalten haben und wo somit die Möglichkeit der Spalterbigkeit stets gegeben und auch wahrscheinlich ist.

Das Bild zeigt das selbstgebaute Nest.
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