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Projektinformationen der AG Wildformen
19.10.2018 18:28:47
GEO-Artikel zu Kreuzungen bei Gouldamadinen
"Unzufriedene Weibchen

Keine schöne Erkenntnis, im Leben den falschen Partner erwischt zu haben. Sie setzt auch weiblichen Prachtfinken zu.

Was macht eine Frau, wenn alle Traummänner schon vergeben sind? Forscher der Macquarie University in Sydney haben das an Weibchen von Gouldamadinen untersucht. Das Ergebnis: Die Vogeldamen zierten sich mit der Fortpflanzung und waren permanent gestresster als ihre Artgenossinnen, die einen Wunschpartner ergattert hatten – aber sie griffen doch lieber zu einem Männchen zweiter Wahl, als allein zu bleiben.
 Bei den Gouldamadinen wählen die Weibchen den Partner: fast immer Männchen, die die jeweils gleiche Kopffarbe haben wie das Weibchen. Kreuzungen zwischen den Varianten – es gibt schwarz-, rot- und selten auch gelbköpfige Vögel – bergen nämlich ein genetisches Risiko. Die Wahrscheinlichkeit, dass gekreuzter Nachwuchs stirbt, ist um 40 bis 80 Prozent erhöht.

 Die Forscher setzten in ihrem Versuch mehrere schwarz- und rotköpfige Vögel in eine Voliere; und weil die Farbverteilung ungleich war, gab es nicht genug passende Männchen für alle Weibchen. In einem zweiten Versuch brachten die Wissenschaftler immer je zwei Vögel ohne Wahlmöglichkeit zusammen, sodass es mal gleichfarbige Pärchen, mal gemischte gab. Beide Studien zeigten: Im Notfall nahmen die Weibchen auch mit einem unattraktiven Partner vorlieb.
 Während sich jedoch die Weibchen mit passendem Männchen sofort an die Familienplanung machten, zögerten ihre unzufriedeneren Artgenossinnen diese noch hinaus und legten ihre Eier erst bis zu einen Monat später. Wie unwohl sie sich in ihrer Beziehung fühlen mussten, wurde anhand der Blutwerte deutlich: Sie wiesen einen um bis zu viermal höheren Gehalt des Stresshormons Corticosteron auf."


(Quelle: GEO 04/April 2011, S. 145)





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